Die Geschichte der Jerkbaits reicht
weit zurück. Schon die amerikanischen Ureinwohner fertigten erste Prototypen aus Holz und Tierhäuten, um diese an eine Schnur zu knoten und ruckweise zum Boot zurückzuführen. Raubfische, die den Köder
verfolgten wurden dann kurzerhand mit dem Fischspeer erlegt.
Wörtlich übersetzt bedeutet Jerkbaits, Schlag- oder Ruckköder.
Diese Namensgebung bezieht sich auf die angewandte Angeltechnik: mit gefühlvollen
Schlägen
und Rucken der Rute werden Jerkbaits zum Leben erweckt.
Betrachtet man die verschiedenen Jerkbaittypen, dann ist deren Erscheinungsbild
zunächst nicht unbedingt geeignet, das Vertrauen in diese Angelart zu wecken: ein Stück Holz oder Plastik, ohne Tauchschaufel, dass eher an ein Miniatur-Bügelbrett oder an eine Zigarre erinnert als an das Abbild eines Spitzen-Köders.
Doch Vorsicht! Wie bei vielen Dingen sieht man auch einem Jerkbait nicht sofort an, was er alles kann.
Wir haben hier einen Köder, der es uns je nach Ausführung erlaubt, direkt an der Oberfläche zu fischen, der über Krautbänken
und zwischen Hindernissen eingesetzt werden kann und der an Kanten entlang
bis in mehrere Meter Tiefe hinuntergleitet.
Wir können damit einen flüchtenden Beutefisch, aber auch einen
schwer angeschlagenen, kranken Fisch, der mit letzter
Kraft durchs Wasser taumelt, perfekt imitieren.
Insbesondere Großhechte,
die in ihrem Leben schon einige Köder gesehen haben, können
dem für
Jerkbaits typischen Laufverhalten nicht lange widerstehen.
Das ist auch ein Grund, warum Jerkbaits in Gewässerbereichen bis
5 m Tiefe sehr fängige
Kunstköder sind. Folgendes spricht dafür: Ein interessantes
Hechtgewässer ist 5-10 ha groß, im Durchschnitt 4 m tief,
hat einige flache Buchten, Kraut, Seerosen und
Schilfecken. Denken Sie nicht, dass sie so
ein Gewässer
alleine befischen! Es herrscht hoher Angeldruck.
Große Raubfische
oder welche die sich schon mehrmals das Maul "verbrannten",
ziehen sich in ruhigere Gewässerbereiche zurück. Da im Sommer
in solchen Gewässern das Kraut bis an die Oberfläche wuchert,
braucht man einen Köder der eventuell schwimmt, sich bei Bedarf
40 m und weiter werfen lässt (auch bei Wind) und trotzdem bei langsamer
Köderführung
(z. B. sehr kalte oder warme Jahreszeit) nicht
im Kraut oder in Hindernissen versinkt. Bei großer Entfernung
vom Ufer passiert es immer wieder, dass der Köder direkt oder kurz
nach dem Aufprall heftig attackiert wird. Das liegt
unter anderem daran, dass die Hechte dort
unvorsichtiger sind oder sich in ihrer Ruhe gestört fühlen. Kennen
Sie Kunstköder außer
Jerkbaits, die unter genannten Bedingungen überdurchschnittlich
einsetzbar sind?
Sehen Sie das bitte nicht
als eine Aufforderung für Anfänger unbedingt sofort weit
werfen zu müssen. Studieren Sie erst das Laufverhalten
des Köders in sichtbarer Entfernung. Wie reagiert der Jerkbait
auf verschiedene Schlagstärken mit der Rute?
Wie ist die Sinkgeschwindigkeit der verschiedenen
Köder? Achten Sie immer auf eine straffe
Schnur und setzen Sie keine zu dicken Schnurstärken
ein. Durch Wind oder Gewässerströmungen behindert
der sonst entstehende Schnurbogen das Erlernen
der Köderführung unnötig! Wenn Sie diese wichtigen
Fragen beantworten können,
sollten erste Würfe mit der
Multirolle erfolgen. Dafür eignen sich schwimmende
Glider von mittlerer Größe (50-100 g) die an
hindernissfreien Gewässerbereichen ausgeworfen
werden. Stellen Sie vor dem Auswerfen eventuelle
Bremsen an der Multirolle fest um ein Überdrehen
der Spule zu verhindern. Darunter leidet zwar
etwas die Wurfweite, aber Sicherheit und das
richtige Erlernen sind wichtiger! Weite Würfe
und der Blick für die
interessanten Stellen kommen dann von ganz
alleine.
Es ist immer wieder ein spektakuläres Erlebnis,
wenn ein Hecht in großer Entfernung mit einem Köder aus
flachem Wasser "geschossen" kommt. Konzentration und ein
harter Anhieb sind erforderlich um den Fisch
in so einem Fall zu haken. Aber dann beginnt
ein wahrer Tanz auf dem Wasser...
Glider (= gleitende Jerkbaits)
Glider sind zumeist rundnasige,
seitlich abgeflachte, oder zigarrenförmige Jerkbaits. Einmal
in Fahrt gleiten diese Köder mit jedem Rutenschlag abwechselnd
von links nach rechts durchs Wasser.
In den Einholpause schweben sie verführerisch im Wasser,
sinken langsam ab oder treiben auf,
um beim nächsten
Tick in die andere Richtung davon zu
schwimmen. Viele Glider (z.B. von Piketime,
Aad
Dam Jerkbaits, AC
Custom Baits, Rapala, Salmo) brechen
nach allen Seiten aus. Dadurch sind
eine Vielzahl von Köderpräsentationen
möglich. Sie finden im Shop bei den jeweiligen Kategoriegruppen
Unterwasservideos
(klick )
der verschiedenen Jerkbaits und können so
das Laufverhalten genau studieren und
schneller erlernen!
Schwimmende Glider, sogenannte Top-Water-Jerks entfalten ihr Laufverhalten ausschließlich
auf oder unmittelbar unter der Wasseroberfläche und eignen sich daher in
besonderem Maße, um über fangträchtigen Krautbeeten oder anderen
Hindernissen eingesetzt zu werden. Sinkende Versionen beginnen
ihr verführerisches Spiel in der Wassertiefe, in der wir mit dem Einholen
beginnen. Wichtige Qualitätsmerkmale von sinkenden Glidern sind das
waagerechte Absinken (nicht kopf- oder schwanzlastig) und
der sofortige Beginn der Gleitbewegungen (auch über
große Distanzen), sobald mit der Köderführung
begonnen wird. Ein Glider ist in der Imitation
eines flüchtenden oder verletzten Beutefisches kaum zu schlagen.
Richtig eingesetzt sucht dieser mit dem für ihn typischen Zick-Zack-Lauf
eine Bereich von mehr als einem Meter Breite systematisch
ab und hält
sich dabei länger als irgendein Kunstköder im Sichtfeld der Räuber
auf.
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Diver (= abtauchende
Jerkbaits)
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Als Diver bezeichnen wir
Jerkbaits, die bei entsprechenden
Schlägen mit der Rute und gleichzeitigem Einholen der Schnur
vorwärts
abtauchen und in den Einholpausen
wieder auftauchen. Durch den Wechsel
Schlag (=Abtauchen), Pause (=Auftauchen),
Schlag, Pause, entsteht in der Seitenansicht
das für Diver typische Sägezahnmuster. Anbisse erfolgen
häufig
in den Einholpausen bzw. Auftriebsphasen.
Äußerlich erkennen wir die Diver an den oft keilförmigen Nasen.
Verschiedene Modelle besitzen zudem am hinteren Ende eine biegsame Metallschaufel.
Durch Verbiegen dieser Schaufel nach oben oder nach unten lässt sich zusätzlich
die Tauchtiefe beeinflussen. Bis zu einem gewissen Punkt gilt dabei: nach unten
biegen erhöht die Tauchtiefe. Desweiteren gibt es Modelle mit Resonanzkugeln
und/oder Twisterschwänzen. Einige Diver sind als unbebleite oder als
vorbebleite
Modelle erhältlich. Die vorbebleiten Versionen haben weniger Auftrieb (lassen
sich tiefer einsetzen) und
verharren in der Einholpause deutlich länger als die unbebleiten Modelle.
Je nach Ausführung lassen sich mit Divern Wassertiefen von mehr
als 4 Metern befischen. Dabei gehört der Snackjerk
Wave zu den vielseitigsten
und fängigsten Divern.
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Twitchbaits
Twitchbaits
sind Wobbler, die geschlagen oder
gezupft an einer Jerkbaitrute geführt werden können.
Häufig
entwickeln diese Köder dabei ein
völlig anderes und auch fängigeres
Laufverhalten als an einer "normalen"
Spinnrute. Viele schwimmende Wobbler
lassen sich mit wenigen
Rutenschlägen
bei gleichzeitigem Einholen der
Schnur auf Tiefe bringen.
Dann je nach Wunsch den Köder aufsteigen lassen und wieder
kurbeln und schlagen... Abhängig von den
Sinkeigenschaften (floating, suspending,
sinking) der Köder, lassen
sich diese (z. B. Zalt, Hybrida
TB-Serie, Salmo
Perch, Lucky
Craft Pointer Serie) extrem variantenreich
bei den
verschiedensten Bedingungen einsetzen.
Es ist immer sinnvoll neben Jerks
einige Twitchbaits (in unterschiedlichen
Größen) mit am Wasser zu haben. So
können Sie noch genauer auf das Jagd-
und Beissverhalten von Hecht, Zander,
Barsch, Rapfen und Forellen reagieren! |
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Wann und wo?
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Jerkbaits
können das
ganze Jahr über erfolgreich eingesetzt werden, wobei die
größte
Produktivität zweifelsohne in den wärmeren Monaten
liegt. Sobald die Wassertemperatur etwa
10 Grad beträgt entwickeln
sich diese Köder zu wahren Fangmaschinen. In der kalten
Jahreszeit sind wir dann erfolgreich, wenn wir
diese Köder extrem langsam
führen.
Legen Sie dann auch ruhig mal 10
bis 15 Sekunden Pause zwischen
den einzelnen Schlägen ein. Verführerisch schwebt der
Jerkbait jetzt durchs Wasser, vielleicht
genau vor das Maul ihres Traumfisches.
Haben Sie die Möglichkeit, ein flaches Gewässer zu befischen,
aus dem die Fische nicht weg können, wie zum Beispiel die
ausgedehnten Poldergebiete, dann
sollten Sie auch im Winter unbedingt
Jerkbaits ausprobieren. Empfehlenswert bei extremen Temperaturen
ist der Einsatz von weniger aktiven
Glidern wie z. B. Bull
oder Bulletje von Aad Dam oder Divern!
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Wachsen im späten Frühjahr
Pflanzenteppiche bis kurz unter die Wasseroberfläche, dann ist dies
eine Situation die geradezu nach einem Jerkbait schreit.
In den Pflanzen lauern die Hechte auf Beute und können einem vorbeikommenden
Jerkbait nicht lange widerstehen. Bei fortgeschrittenem
Pflanzenwuchs fischen wir
in den Schneisen bzw. parallel vor den Krautfeldern.
Grenzt dieses Krautfeld
noch an eine Abbruchkante dann handelt sich zweifelsohne
um eine Toppstelle, an der Sie nicht lange
auf einen Anbiss warten müssen. Achten Sie dabei darauf,
den Köder so zu präsentieren, dass der Hecht mit der Sonne im
Rücken angreifen kann.
An unbewachsenen Abbruchkanten fischen wir die Jerkbaits
stets vom flachen ins tiefe Wasser. Scheuen Sie sich dabei nicht, auch
extrem seichte Bereiche anzuwerfen. Häufig halten sich hier Hechte auf, die auch beim Sonnenbaden einem kleinen Imbiss nicht abgeneigt sind. Auf diese Weise wurden wiederholt große Hechte in Wassertiefen gefangen, in denen diese eigentlich schon als gestrandet gelten müssten.
Besondere Wachsamkeit ist angezeigt, sobald der Köder den Übergang vom seichten ins tiefere Wasser passiert. Hier stehen viele der Räuber und stoßen aggressiv zu. Wählen Sie Ihren Standort dabei nicht zu nahe an der Kante. Hechte greifen auch flach geführte
Jerkbaits oft aus mehreren Metern Tiefe heraus an.
Technik
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Werfen wir unseren Jerkbait
nun das erste Mal ins Wasser und kurbeln ihn einfach ein, so werden
wir von seinem Laufverhalten einigermaßen enttäuscht
sein. Gleichförmig und ohne auffallende Bewegung kommt er
daher. So geht es auch nicht! Wie bei kaum einem anderen Kunstköder
ist hier der Angler dafür verantwortlich, den richtigen Lauf
zu erzeugen. Dessen Geschick entscheidet über Erfolg oder
Misserfolg. Beim Jerken hat es sich bewährt, einen leicht
erhöhten Standplatz
zu suchen. Richtigerweise wird dabei
die Rute etwa in Hüfthöhe
gehalten, wobei die Rutenspitze in
ca. 50-90° Höhe nach
links zeigt. Mit einem kräftigen aber gefühlvollen Schlag
der Rutenspitze erwecken wir die
Jerkbaits zum Leben. Ein Diver taucht nach untern ab, der Glider
beginnt seinen verführerischen
Zick-Zack-Lauf. Nach jedem Schlag
wird die lose Schnur aufgenommen, um den direkten Kontakt zum Köder
zu erhalten. Achten Sie jedoch darauf, nicht zuviel Schnur aufzukurbeln,
denn Glider brauchen
etwas Schnur um seitlich ausbrechen
zu können. Dieses Spiel
wird wiederholt bis der Köder vor den Füßen landet
oder Sie durch einen vehementen Anbiss
für ihre Arbeit belohnt
werden.
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Durch Variieren der Schlagfrequenz
wird bei allen Divern letztlich die Tauchtiefe
bestimmt. Kurze und schnell aufeinanderfolgende
Schläge sind im flachen Wasser und über Hindernissen angezeigt.
Durch lange und ruhige Schläge tauchen die Diver Stück für
Stück
in tiefere Regionen ab.
Um einen Diver auf maximale Tiefe zu bringen
können wir uns auch
einer weiteren Technik bedienen. Dazu wird die Rute
ebenfalls in Hüfthöhe
gehalten. Nun drehen wir uns aus der Hüfte vom Köder weg und
ziehen diesen gleichmäßig,
mit einem langen Zug, auf Tauchstation. Schon
nach wenigen Wiederholungen erreichen einige
Diver auf diese Art und Weise Tauchtiefen von mehreren
Metern. Die Methode ist besonders beim Befischen
tiefergelegener Kanten und bei der Jagd nach
Freiwasserhechten erfolgversprechend.
Wesentlich mehr Fingerspitzengefühl erfordert das Fischen mit
gleitenden Jerkbaits, da diese sensibler auf jeden Schlag mit der Rute
reagieren. Verkantet der Glider beim Einholen oder kommt nicht richtig
in Fahrt, sind in den meisten Fällen zu harte Rucke die Ursache,
dann sind leichtere und langsamere Schläge
angezeigt. Denken Sie daran: einen guten Glider
können sie beinahe nicht
zu langsam fischen!
Jeder Jerkbait ist ein individueller Köder und als solcher zu
behandeln, auch Jerkbaits des gleichen Modells.
Ist dieser Jerkbait dann noch in
Handarbeit hergestellt und ausgebleit worden,
sind zumindest minimale Unterschiede, die sich
allerdings unmittelbar auf das Laufverhalten
auswirken, vorprogrammiert. Im Klartext bedeutet
dies: jeder Jerkbait erfordert eine eigene Einholgeschwindigkeit,
seinen individuellen Schlagrythmus.
Machen Sie sich daher stets mit dem neu erworbenen
Jerkbait vertraut. Experimentieren Sie zunächst im flachen Wasser, mit guter Sichtigkeit. Variieren Sie dabei Intensität und Länge der Schläge, bis Sie dem Köder den optimalen Lauf verleihen. Glauben Sie uns, diese Mühe lohnt sich! Beherrschen Sie ihren Jerkbait, dann verfügen Sie über einen außergewöhnlich fängigen Köder. Auch hier gilt: Übung
macht den Meister !
Beim Fischen mit Jerkbaits müssen Sie auf alles gefasst sein.
Aggressive Attacken unmittelbar nachdem der Köder auf das Wasser
aufschlägt sind ebenso keine Seltenheit, wie kapitale Fische
die den Köder angreifen, den Sie gerade aus dem Wasser heben
wollen. Insbesondere beim Jerken vom Boot werden
Sie Hechte erleben, die den Jerkbait bis unmittelbar
vor ihre Füße
verfolgen, ohne zuzufassen. Jetzt heißt
es Nerven bewahren und hektische Bewegungen vermeiden. Mit
unmittelbaren Attacken direkt am Boot oder Ufer
ist immer zu rechnen. Adrenalinkick inclusive! ;-)
Die Rute
| Nicht
selten haben wir es mit Ködergewichten von 80 g und mehr
zu tun. Um dabei nicht in die Knie zu gehen sollte der auserwählte
Blank über ein steifes Rückgrat und genügend Kraftreserven
verfügen.
Als Standard-Jerkbaitrute
eignen sich daher steife Ruten mit einem Wurfgewicht
zwischen 50 g und 150 g und mit
einer Länge zwischen 1.80
m und 2.00 m. Um allerdings die verschiedenen
Jerkbaittypen optimal fischen zu können
müssen wir die Frage nach der richtigen Rute differenzierter betrachten.
Auch wenn uns so mancher Glider als "ungehobelter Klotz" erscheint,
sollen wir nicht vergessen, dass es sich hierbei um einen perfekt ausbalancierten
Kunstköder handelt, der auf die kleinste Rutenbewegung reagiert und der
ein feinfühliges Fischen verlangt. Steife Ruten mit einer schnellen Spitzenaktion
(ganz wichtig !!) und einem Wurfgewicht um 100 g sind ideal, um die Glider auf
den richtigen Kurs zu bringen. Wesentlich höhere Wurfgewichte gehen zu Lasten
der so wichtigen Spitzenaktion, wodurch die Köderkontrolle und das Laufverhalten
negativ beeinflusst werden. Zudem bieten steifere Ruten weniger Spaß im
Drill. Beste Erfahrungen haben wir und unsere Kunden mit der Piketime
II, Jerk-Club
1.83 m oder der Firejerk-Serie gemacht!
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Etwas anders sieht
die Sache bei den Divern aus. Hier ist die Spitzenaktion
nicht ausschlagend für das Laufverhalten und die Rute kann durchaus
steifer sein.
Wie wir bereits wissen, lassen sich diese Jerks
nicht nur mit kurzen, harten Rutenschlägen
fischen, sondern auch in ruhigen und langen Zügen mit einer Drehbewegung aus der Hüfte.
Die Rolle
|
Twitch- und
auch Jerkbaits bis ca. 50 g lassen
sich sowohl mit der Baitcastrolle
als auch mit einer Spinnrolle werfen
und führen. Klassische Jerkbaits
mit einem Gewicht ab ca. 50 g sollten
an einer Multirolle eingesetzt werden.
Zum einen ist der Umgang mit einer
Baitcaster handlicher als mit
einer Spinnrolle, zum anderen lassen
sich die Köder wesentlich zielgenauer
einsetzen. Achten Sie bei der Auswahl
der Rolle auf Qualität und sinnvolle
Eigenschaften. Orientieren Sie sich
dabei an den bevorzugten Köderarten
und deren Laufverhalten. Die Übersetzung
der Rolle ist dabei besonders wichtig.
Für die Führung von Crank- und Twitchbaits
ist eine kleinere (< 6,0:1) sinnvoll,
bei Jerkbaits (Glidern) kann die
Übersetzung nicht hoch genug sein.
Desweiteren sollte die Drillbremse
perfekt funktionieren. Unnötiges
Nachregulieren wärend eines Drills
bedeutet häufig Fischverlust.
Bedenken Sie bitte, dass schon beim
Einsatz von 80 g "schweren" Baits
hohe Kräfte beim Auswerfen entstehen
können. Setzen Sie daher nur belastbare
und wertige Rollen ein und lassen
die Hände von Billigschrott.
Minderwertige Rollen bedeuten immer
Köder- und Drillverluste!
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Die Schnur
Hier ist der Einsatz
von
Dyneema - Schnüren unerlässlich,
da nur diese den auftretenden Kräften zuverlässig standhalten
und gleichzeitig jede Rutenbewegung auch auf
größere Distanzen
ohne Dehnungsverluste auf den Köder übertragen. Häufig
werden Jerkbaits über Krautbeeten und in Pflanzenschneisen
gefischt und nicht immer gelingt es, einen gehakten Fisch
unmittelbar aus dem Dickicht heraus zu dirigieren.
Auch dann zeigt sich der große Vorteil von
geflochtenen Schnüren: wie eine Rasiermesser schneiden diese
durch das Grün und ein ansonsten verlorengegangener Fisch kann
häufig
doch noch sicher gelandet werden. Leinen mit
einer Tragkraft von 12 - 16 kg haben sich als ideal erwiesen, wobei
die kleineren
Modell auch
mit einer 8 kg Schnur gefischt werden können.
Beim Einsatz von Jerk- und Twitchbaits sollten eingesetzte
Schnüre folgende Eigenschaften besitzen: Abriebfest, geschmeidig,
farbecht, knotenfest, eng geflochten, und vor allem nicht
zu dick sein. Leider geben Hersteller und Großhändler bei
Schnüren
häufig extrem überzogene und unrealistische Angaben bei Ø und
Tragkräften an. Daher kommt es immer wieder vor, dass Angler unwissentlich
mit wahren "Rettungsseilen" am Wasser sind oder die Schnüre
reissen schon bei wesentlich weniger Belastung als angegeben.
Beides ist ärgerlich, für Angler und Fisch! Bei windigen
Wetter oder dem Befischen von Fliessgewässern behindert eine
zu dicke Schnur wesentlich Köderführung und Anhieb.
Das Befischen von tieferen Gewässerbereichen wird ebenfalls
unnötig erschwert, da die Singeschwindigkeit der Köder zum
Teil stark beinflusst werden kann. Von einer ansprechenden
Köderführung und einem effektiven Anhieb ganz zu Schweigen.
Sehr gute Erfahrungen haben wir
u. a. mit der Stren
Sonic Braid, Pikeline und
der Tuf
Line XP gemacht.
Von dem Einsatz zu steifer und scharfkantiger Schnüre raten
wir dringend ab. Eine Fireline o. ä . gehört nach unseren Erfahrungen
(und denen vieler Bekannter) auf keine Baitcast- oder Low
Profile Rolle!
Das Vorfach
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Als Vorfachmaterialen gibt
es mehrere Möglichkeiten. Titan, 1x7
oder 7x7 Stahlflechtungen oder Spinnstangen
sind die populärsten. Bei dem Einsatz
von Jerkbaits empfehlen wir Vorfächer
aus 1x1
Titan mit einer Tragkraft ab 30 lbs. Die Steifheit dieses
Materials verhindert wirkungsvoll
ein "übergleiten" des Vorfaches,
wobei sich Köderdrillinge verfangen
können. Desweiteren ist die Langlebigkeit
von Titan bemerkenswert und rechtfertigt
den hohen Preis. Setzen Sie Vorfächer ab mind. 40 cm Länge
ein. Warum? Große Hechte neigen dazu, sich im Drill zu
wälzen und dabei kann es passieren, dass sich das Vorfach
um die Kiemendeckel wickelt. Und
jeder, der schon mal einen Kiemengriff
beim Hecht gemacht hat, weiss wie
scharfkantig diese sind. Kommt
die straffe Hauptschnur mit der Innenseite
der Kiemendeckel in Kontakt, ist
sie zu 99 % durch...
Um das häufig sehr agile Köderspiel
von Twitchbaits nicht zu beeinträchtigen,
ist der Einsatz von 7x7
Stahlvorfächern oder Titan
20 lbs empfehlenswert.
Spinnstangen sind nur bei extrem großen Köder (> 150
g) sinnvoll. Zu leichte Jerkbaits können verkanten oder kopftlastig
absinken.
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Köderverlust
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Was kann man machen wenn Köderverlust droht? Eine
Alternative sind so genannte Köderretter.
Gebräuchliche Modelle bestehen aus einem Gewicht, an dem mehrere Ketten
und ein Seil angebracht sind. An dem Gewicht befinden sich Ringe zum Einfädeln
der geflochtenen Schnur. Halten Sie nach dem Einfädeln die Rutenspitze so
hoch wie möglich und lassen das Gewicht an der Schnur herabgleiten.
Mit etwas Glück verfängt sich ein Drilling in den Ketten und Sie können
den Köder lösen oder das Hindernis hochziehen. Bei der Bootsangelei
funktioniert der Köderretter zu fast 100 %. Achten Sie bei der Auswahl eines
Köderretters darauf, dass die Lösehilfen (Ketten o. ä.) am Ende
montiert
sind. Ansonsten
knallt dieser ungebremst auf den Köder, was bei einer Wobblerschaufel größten
Schaden
anrichten kann.
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Polarisationsbrillen
Nicht zwingend notwendig
aber dennoch ein tolles Hilfsmittel
sind so genannte Polarisationsbrillen.
Diese Brillen reduzieren die Wasserspiegelungen
auf ein Minimum und leisten aufgrund
dieser Eigenschaft hervorragende Dienste beim
Lokalisieren von Krautfeldern und
Schneisen. Zudem können
wir so den Lauf der Jerkbaits unmittelbar
unter der Wasseroberfläche
besser verfolgen und bemerken Nachläufer und angreifende
Fische einfach früher.
Genau solche Situationen machen die Faszination beim Jerkbait-Fischen aus.
Kapitale Fische, die den Köder verfolgen und die psychische Belastbarkeit
des Anglers auf eine harte Probe stellen.
Spektakuläre Attacken, die Sie hautnah miterleben und die Pulsfrequenz in
ungeahnte Höhe treiben. Knallharte Anbisse und phantastische Drills von
denen Sie noch lange berichten werden. |
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