Irland Belly Boat Tour 2006

Endlich war es wieder soweit. Zusammen mit meinem Angelspezi Andreas würden ich in wenigen Tagen nach Irland fliegen. 10 Tage Hechtfischen vom Belly Boat aus war angesagt, wir konnten es kaum erwarten.
Wir hatten jede Menge Spinnköder dabei, Wobbler, Gummifische, Spinner und Blinker. Ich hatte jedoch noch eine randvoll gefüllte Schachtel mit Jerkbaits, die mir Marc empfohlen hatte, große und kleine Buffalos, den Little Sickly, und einige Sickly I. Zusammen mit der Piketime I würde ich den Hechten das Fürchten lehren.
In Dublin angekommen empfing uns das allerschlechteste Wetter. Heftige Regenschauer und starke Windböen dazu ein Temperatursturz von einigen Graden gegenüber der letzten Woche. Mit dem Leihwagen fuhren wir Richtung Norden, den Hechten entgegen.
Endlich angekommen machten wir es uns in unserem Quartier zurecht, pumpten die Belly Boote auf und rüsteten unsere Spinnruten. Am nächsten Morgen, nach einem ordentlichen Frühstück zogen wir los. Ziel war ein kleiner See unweit von unserem Haus. Dort habe ich immer schöne Hechte erwischt, mal sehen wie sie heuer beißen.


Mit Wobbler befischten wir die Uferbereiche, einige kleine Hechte konnten wir überreden auch bei diesem Sauwetter zu beißen. Ich wechselte Rute und nahm als Köder einen Sickly Top. Die Hechte zwischen den Seerosen ließen nicht lange auf sich warten. Die explosiven Oberflächenbisse waren herrlich, Adrenalin pur! Viele Bisse vergeigte ich, da ich die Hechte kommen sah und deshalb oft zu früh den Anhieb setzte. Im Mittelwasser fischte ich am liebsten mit dem großen Buffalo Deep. Die meisten Bisse hatte ich auf 2 bis 3 Meter tiefe, sehr oft, wenn ich zwischen den einzelnen Schlägen einen Stopp mit der Rute einlegte. Die Bisse waren teilweise brutal, den Anhieb quittierten viele Hechte mit hohen Luftsprüngen, bei denen nicht selten der Jerkbait losgeschüttelt wurde.


Da ich noch keine große Erfahrung im Jerkbait Angeln habe, klebte ich auf den Rücken einiger dunkler Jerkbaits einen kleinen weißen Punkt aus Tesafilm. Diese Sichthilfe half mir den Köder aus der niederen Sitzposition des Belly Bootes zu lokalisieren und ihn korrekt zu führen. Und oft sah ich wie ein großer Hecht den Jerkbait nahm, Wahnsinn!
Am letzten Urlaubstag, gelang es mir einen herrlichen Hecht von ca. 105 cm zu fangen. Köder war ein Big Buffalo Medium in Farbe 15. Ich führte den Jerkbait bei strahlenden Sonnenschein und totaler Windstille zwischen einigen Seerosen, genau dort, wo ich Tags zuvor einen starken Hecht im Drill verloren hatte. Der Biss kam nach den ersten Kurbeldrehungen meiner Rolle, ich setzte einen starken Anhieb, den ich noch einmal wiederholte. Der große Fisch sprang zwei Mal in voller Länge aus dem Wasser und flüchtete dann in die Seerosen, gegen meiner starken geflochtenen Schnur hatte er wenig Chancen. Nach einem kurzem aber heftigen Drill konnte ich einen wunderschön gezeichneten irischen Hecht landen, den größten, den ich bis jetzt vom Belly Boot aus gefangen hatte. Mit der Piketime nahm ich Maß, die angegebene 1 Meter Markierung reichte nur bis zur Schwanzwurzel. Wo war mein Freund Andreas ? Ich sah einen kleinen roten Punkt am anderen Ende des Sees, also nix mit Foto, denn er hatte die Kamera dabei. Ich wollte den Hecht absolut nicht weiter stressen, C & R ist unser oberstes Gebot! Überglücklich setzte ich den starken Hecht wieder in seinem Element zurück.Für mich war das die Krönung unserer Irlandreise 2006.
Es war noch früher Nachmittag, aber happy hörte ich mit dem Angeln auf. Langsam paddelte ich zum Ufer wo unser Wagen stand und genoss die Stille. Etwas später kam Andy hinzu, ich erzählte ihm von meinem Abenteuer.
Abends im Pub wurde feuchtfröhlich gefeiert, und die Hechte wurden nach jedem Schluck Guinness größer. Pläne für den nächsten Irlandtrip haben wir bereits geschmiedet, denn eines ist sicher. Die grüne Insel sieht uns bald wieder!

Manfred Pellegrini