Sickly & Co in Österreich!

Nun ist es soweit - heute war ich das erste Mal mit meiner neuen Jerkausrüstung am Wasser, zwar nur 4 Stunden, aber es hat sich ausgezahlt.
Aber schön der Reihe nach:
Treffe mich heute mit einem Freund um 1400 am Wasser. Hannes ist in der glücklichen Lage, dass er ein vollkommen verwilderte Schottergrube befischen darf, und das schönste daran ist, ich darf dort auch fischen, weil die Grube einem gemeinsamen Bekannten gehört. Ist zwar nicht groß (ca 3/4 ha), aber das Wasser wurde in den letzten 10 Jahren so gut wie nicht befischt. Herz, was willst Du also mehr, genau das richtige für einen Nachmittag!
Und erst das Wetter! 20 Grad in der Sonne, und das Ende Oktober! War zwar etwas skeptisch was die Temperaturen betrifft, aber es sollte egal sein. Ich packe also meine neuen Freunde aus und wähle mal. Gar nicht einfach, wenn man keine Ahnung hat wie welcher Köder spielt und wie man das überhaupt macht, damit die spielen, so wie sie sollen. Aber ich entscheide mich für Sickly II, der oben schwimmt, da die Futterfische aufgrund der hohen Temperaturen auch oben schwimmen.


Erster Wurf, nur nicht zu weit, erst mal checken wir so ein Ding im Wasser spielt, wie muss ich machen, hart oder sanft, Fragen über Fragen. Ich bemerke, dass der Sickly für mein bescheidenes Dafürhalten dann am besten spielt, wenn ich leicht aus dem Handgelenk schlage, aber eigentlich ist es kein schlagen, sondern eher ein chnelleres Absenken der Rutenspitze. Keine Ahnung, ob das so richtig ist, aber auf alle Fälle fährt mein
neuer Freund so sehr schön in weiten Zick-Zack Báhnen durchs Wasser.
Was soll ich sagen? Es ist wie beim Fliegenfischen, wo auch bloss das Werfen schon Spass macht. Beim Jerken macht die Köderführung richtig Spass, man probiert die ganze Zeit, das Laufverhalten zu optimieren, ist richtig traurig, wenn man den Köder nicht sieht.
Naja, dann die ersten Würfe, man wird motivierter, traut sich mehr und es kommt wie es kommen muss:
Ich Glücksvogel hab beim 3 oder 4 Wurf die erste Attacke! Wums, fährt ein Hecht ca 15 Meter von mir entfernt drauf. Ein kurzer Sprung, etwas Wasser gespritzt und weg ist er wieder. Na wenn das kein guter Beginn ist? denke ich insgeheim. Habe fast ein schlechtes Gewissen, weil Hannes in der Zwischenzeit die 3 Schnurperücke entwirrt, weil Ihm der Gerätehändler seines Vertrauens viel zu viel Schnur auf die Stationärrolle gespult hat. Hochmotiviert fische ich also weiter. Naja, was soll ich sagen: 3 Würfe später, ich arbeite gerade an der optimalen Führung, Wumms, Biss, aber diesmal hängt er! Kurzer Kampf, gelandet, schnelles Foto und sofort wieder retour, darf noch wachsen! Ich hab Ihn nicht mal abgemessen, schätze den Hecht so auf ca 65cm.
Insgesamt war es überhaupt ein toller Nachmittag: Hannes hat 3 Hechte drangehabt, wobei leider der Größte (80+) kurz vor dem Keschern wieder abgehaut ist, und 2 Mittelmaßige, die sich aber auch verabschiedet haben. Ich hatte noch 2 weitere Attacken, aber leider auch nix mehr im Netz.


Wobei die eine Attacke überaus spektakulär war: Ich mache mich mit Squirrley Burt, einem weiteren neuen Freund bekannt, und werfe aus. Unmittelbar, nachdem dem Köder zu laufen beginnt, spritzt das Wasser auf, ich spüre einen kurzen Ruck in der Rute, aber leider wars das auch wieder. Aber sehr spektakulär - und der Hecht war nicht von schlechten Eltern (sind ja immer die größten, die man nicht fängt;-)
Dennoch bin ich überaus zufrieden - wenn das kein guter Start einer neuen Jerker-Laufbahn ist?

Liebe Grüße aus dem herbstlichen Niederösterreich

Stephan