Jerkbait - Handbuch / Lexikon

von

Jürgen Haese & Marc Mihan

Die Geschichte der Jerkbaits reicht weit zurück. Schon die amerikanischen Ureinwohner fertigten erste Prototypen aus Holz und Tierhäuten, um diese an eine Schnur zu knoten und ruckweise zum Boot zurückzuführen. Raubfische, die den Köder verfolgten wurden dann kurzerhand mit dem Fischspeer erlegt.

Wörtlich übersetzt bedeutet Jerkbaits, Schlag- oder Ruckköder. Diese Namensgebung bezieht sich auf die angewandte Angeltechnik: mit gefühlvollen Schlägen und Rucken der Rute werden Jerkbaits zum Leben erweckt.
Betrachtet man die verschiedenen Jerkbaittypen, dann ist deren Erscheinungsbild zunächst nicht unbedingt geeignet, das Vertrauen in diese Angelart zu wecken: ein Stück Holz oder Plastik, ohne Tauchschaufel, dass eher an ein Miniatur-Bügelbrett oder an eine Zigarre erinnert als an das Abbild eines Spitzen-Köders.

Doch Vorsicht! Wie bei vielen Dingen sieht man auch einem Jerkbait nicht sofort an, was er alles kann.
Wir haben hier einen Köder, der es uns je nach Ausführung erlaubt, direkt an der Oberfläche zu fischen, der über Krautbänken und zwischen Hindernissen eingesetzt werden kann und der an Kanten entlang bis in mehrere Meter Tiefe hinuntergleitet.
Wir können damit einen flüchtenden Beutefisch, aber auch einen schwer angeschlagenen, kranken Fisch, der mit letzter Kraft durchs Wasser taumelt, perfekt imitieren. Insbesondere Großhechte, die in ihrem Leben schon einige Köder gesehen haben, können dem für Jerkbaits typischen Laufverhalten nicht lange widerstehen. Das ist auch ein Grund, warum Jerkbaits in Gewässerbereichen bis 5 m Tiefe sehr fängige Kunstköder sind.
Folgendes spricht dafür: Ein (für uns) interessantes Hechtgewässer hat einige flache Buchten, Kraut, Seerosen und Schilfecken. Denken Sie nicht, dass sie so ein Gewässer alleine befischen! Es herrscht hoher Angeldruck. Große Raubfische oder welche die sich schon mehrmals das Maul "verbrannten", ziehen sich in ruhigere Gewässerbereiche zurück. Da im Sommer in solchen Gewässern das Kraut bis an die Oberfläche wuchert, braucht man einen Köder der eventuell schwimmt, sich bei Bedarf zielgenau und weit werfen lässt und trotzdem bei langsamer Köderführung (z. B. sehr kalte oder warme Jahreszeit) nicht im Kraut oder in Hindernissen versinkt. Bei großer Entfernung vom Ufer passiert es immer wieder, dass der Köder direkt oder kurz nach dem Aufprall heftig attackiert wird. Das liegt unter anderem daran, dass die Hechte dort unvorsichtiger sind oder sich in ihrer Ruhe gestört fühlen.
Kennen Sie Kunstköder außer Jerkbaits, die unter genannten Bedingungen überdurchschnittlich einsetzbar sind?

Sehen Sie das bitte nicht als eine Aufforderung für Anfänger unbedingt sofort weit werfen zu müssen. Studieren Sie erst das Laufverhalten des Köders in sichtbarer Entfernung. Wie reagiert der Jerkbait auf verschiedene Schlagstärken mit der Rute? Wie ist die Sinkgeschwindigkeit der verschiedenen Köder? Achten Sie immer auf eine straffe Schnur und setzen Sie keine zu dicken Schnurstärken ein. Durch Wind oder Gewässerströmungen behindert der sonst entstehende Schnurbogen das Erlernen der Köderführung unnötig! Wenn Sie diese wichtigen Fragen beantworten können, sollten erste Würfe mit der Multirolle erfolgen. Dafür eignen sich schwimmende Glider von mittlerer Größe (50-100 g) die an hindernissfreien Gewässerbereichen ausgeworfen werden. Stellen Sie vor dem Auswerfen eventuelle Bremsen an der Multirolle fest um ein Überdrehen der Spule zu verhindern. Darunter leidet zwar etwas die Wurfweite, aber Sicherheit und das richtige Erlernen sind wichtiger! Weite Würfe und der Blick für die interessanten Stellen kommen dann von ganz alleine.
Es ist immer wieder ein spektakuläres Erlebnis, wenn ein Hecht in großer Entfernung mit einem Köder aus flachem Wasser "geschossen" kommt. Konzentration und ein harter Anhieb sind erforderlich um den Fisch in so einem Fall zu haken. Aber dann beginnt ein wahrer Tanz auf dem Wasser...

Glider (= gleitende Jerkbaits)

Glider sind zumeist rundnasige, seitlich abgeflachte, oder zigarrenförmige Jerkbaits. Einmal in Fahrt gleiten diese Köder mit jedem Rutenschlag abwechselnd von links nach rechts durchs Wasser. In den Einholpause schweben sie verführerisch im Wasser, sinken langsam ab oder treiben auf, um beim nächsten Tick in die andere Richtung davon zu schwimmen. Viele Glider (z.B. von PIKEtime, Strike Pro, La Gatzo) brechen nach allen Seiten aus. Dadurch sind eine Vielzahl von Köderpräsentationen möglich. Sie finden im Shop bei den jeweiligen Kategoriegruppen Unterwasservideos der verschiedenen Jerkbaits und können so das Laufverhalten genau studieren und dadurch schneller erlernen!
Schwimmende Glider, sogenannte Top-Water-Jerks entfalten ihr Laufverhalten ausschließlich auf oder unmittelbar unter der Wasseroberfläche und eignen sich daher in besonderem Maße, um über fangträchtigen Krautbeeten oder anderen Hindernissen eingesetzt zu werden. Sinkende Versionen beginnen ihr verführerisches Spiel in der Wassertiefe, in der wir mit dem Einholen beginnen. Wichtige Qualitätsmerkmale von sinkenden Glidern sind das waagerechte Absinken (nicht kopf- oder schwanzlastig) und der sofortige Beginn der Gleitbewegungen (auch über große Distanzen), sobald mit der Köderführung begonnen wird. Ein Glider ist in der Imitation eines flüchtenden oder verletzten Beutefisches kaum zu schlagen. Richtig eingesetzt sucht dieser mit dem für ihn typischen Zick-Zack-Lauf eine Bereich bis zu einem Meter Breite systematisch ab und hält sich dabei länger als irgendein Kunstköder im Sichtfeld der Räuber auf.

Diver (= abtauchende Jerkbaits)

Als Diver bezeichnen wir Jerkbaits, die bei entsprechenden Schlägen mit der Rute und gleichzeitigem Einholen der Schnur vorwärts abtauchen und in den Einholpausen wieder auftauchen. Durch den Wechsel Schlag (=Abtauchen), Pause (=Auftauchen), Schlag, Pause, entsteht in der Seitenansicht das für Diver typische Sägezahnmuster. Anbisse erfolgen häufig in den Einholpausen bzw. Auftriebsphasen.
Äußerlich erkennen wir die Diver an den oft keilförmigen Nasen. Verschiedene Modelle besitzen zudem am hinteren Ende eine biegsame Metallschaufel. Durch Verbiegen dieser Schaufel nach oben oder nach unten lässt sich zusätzlich die Tauchtiefe beeinflussen. Bis zu einem gewissen Punkt gilt dabei: nach unten biegen erhöht die Tauchtiefe. Desweiteren gibt es Modelle mit Resonanzkugeln und/oder Twisterschwänzen. Einige Diver sind als unbebleite oder als vorbebleite Modelle erhältlich. Die vorbebleiten Versionen haben weniger Auftrieb (lassen sich tiefer einsetzen) und verharren in der Einholpause deutlich länger als die unbebleiten Modelle. Je nach Ausführung lassen sich mit Divern Wassertiefen von mehr als 4 Metern befischen. Dabei gehört der Diver von Musky Mania zu den vielseitigsten und fängigsten Modellen.

 

Twitchbaits

Twitchbaits sind Wobbler, die geschlagen oder gezupft an einer Jerkbaitrute geführt werden können. Häufig entwickeln diese Köder dabei ein völlig anderes und auch fängigeres Laufverhalten als an einer "normalen" Spinnrute. Viele schwimmende Wobbler lassen sich mit wenigen Rutenschlägen bei gleichzeitigem Einholen der Schnur auf Tiefe bringen. Dann je nach Wunsch den Köder aufsteigen lassen und wieder kurbeln und schlagen... Abhängig von den Sinkeigenschaften (floating, suspending, sinking) der Köder, lassen sich diese (z. B. Hybrida Twitchbaits, Rapala, Zalt & Zam) extrem variantenreich bei den verschiedensten Bedingungen einsetzen. Es ist immer sinnvoll neben Jerks einige Twitchbaits (in unterschiedlichen Größen) mit am Wasser zu haben. So können Sie noch genauer auf das Jagd- und Beissverhalten von Hecht, Zander, Barsch, Rapfen und Forellen reagieren!

Wann und wo?

Jerkbaits können das ganze Jahr über erfolgreich eingesetzt werden, wobei die größte Produktivität zweifelsohne in den wärmeren Monaten liegt. Sobald die Wassertemperatur etwa 10 Grad beträgt entwickeln sich diese Köder zu wahren Fangmaschinen. In der kalten Jahreszeit sind wir dann erfolgreich, wenn wir diese Köder extrem langsam führen. Legen Sie dann auch ruhig mal 10 bis 15 Sekunden Pause zwischen den einzelnen Schlägen ein. Verführerisch schwebt der Jerkbait jetzt durchs Wasser, vielleicht genau vor das Maul des Traumfisches.
Haben Sie die Möglichkeit ein flaches Gewässer zu befischen aus dem die Fische nicht weg können, wie zum Beispiel die ausgedehnten Poldergebiete, dann sollten Sie auch im Winter unbedingt Jerkbaits ausprobieren. Empfehlenswert bei extremen Temperaturen ist der Einsatz von weniger aktiven Glidern oder Divern!

Wachsen im späten Frühjahr Pflanzenteppiche bis kurz unter die Wasseroberfläche, dann ist dies eine Situation die geradezu nach einem Jerkbait schreit. In den Pflanzen lauern die Hechte auf Beute und können einem vorbeikommenden Jerkbait nicht lange widerstehen. Bei fortgeschrittenem Pflanzenwuchs fischen wir in den Schneisen bzw. parallel vor den Krautfeldern. Grenzt dieses Krautfeld noch an eine Abbruchkante dann handelt sich zweifelsohne um eine Toppstelle, an der Sie nicht lange auf einen Anbiss warten müssen. Achten Sie dabei darauf, den Köder so zu präsentieren, dass der Hecht mit der Sonne im Rücken angreifen kann.
An unbewachsenen Abbruchkanten fischen wir die Jerkbaits stets vom flachen ins tiefe Wasser. Scheuen Sie sich dabei nicht, auch extrem seichte Bereiche anzuwerfen. Häufig halten sich hier Hechte auf, die auch beim Sonnenbaden einem kleinen Imbiss nicht abgeneigt sind. Auf diese Weise wurden wiederholt große Hechte in Wassertiefen gefangen, in denen diese eigentlich schon als gestrandet gelten müssten.
Besondere Wachsamkeit ist angezeigt, sobald der Köder den Übergang vom seichten ins tiefere Wasser passiert. Hier stehen viele der Räuber und stoßen aggressiv zu. Wählen Sie Ihren Standort dabei nicht zu nahe an der Kante. Hechte greifen auch flach geführte Jerkbaits oft aus mehreren Metern Tiefe heraus an.

Technik

Werfen wir unseren Jerkbait nun das erste Mal ins Wasser und kurbeln ihn einfach ein, so werden wir von seinem Laufverhalten einigermaßen enttäuscht sein. Gleichförmig und ohne auffallende Bewegung kommt er daher. So geht es auch nicht! Wie bei kaum einem anderen Kunstköder ist hier der Angler dafür verantwortlich, den richtigen Lauf zu erzeugen. Dessen Geschick entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Beim Jerken hat es sich bewährt, einen leicht erhöhten Standplatz zu suchen. Richtigerweise wird dabei die Rute etwa in Hüfthöhe gehalten, wobei die Rutenspitze in ca. 50-90° Höhe nach links zeigt. Mit einem kräftigen aber gefühlvollen Schlag der Rutenspitze erwecken wir die Jerkbaits zum Leben. Ein Diver taucht nach untern ab, der Glider beginnt seinen verführerischen Zick-Zack-Lauf. Vor jedem Schlag wird die lose Schnur aufgenommen, um den direkten Kontakt zum Köder zu erhalten. Achten Sie jedoch darauf, nicht zuviel Schnur aufzukurbeln, denn Glider brauchen etwas Schnur um seitlich ausbrechen zu können. Dieses Spiel wird wiederholt bis der Köder vor den Füßen landet oder Sie durch einen vehementen Anbiss für ihre Arbeit belohnt werden.

Durch Variieren der Schlagfrequenz wird bei allen Divern letztlich die Tauchtiefe bestimmt. Kurze und schnell aufeinanderfolgende Schläge sind im flachen Wasser und über Hindernissen angezeigt. Durch lange und ruhige Schläge tauchen die Diver Stück für Stück in tiefere Regionen ab.
Um einen Diver auf maximale Tiefe zu bringen können wir uns auch einer weiteren Technik bedienen. Dazu wird die Rute ebenfalls in Hüfthöhe gehalten. Nun drehen wir uns aus der Hüfte vom Köder weg und ziehen diesen gleichmäßig, mit einem langen Zug, auf Tauchstation. Schon nach wenigen Wiederholungen erreichen einige Diver auf diese Art und Weise Tauchtiefen von mehreren Metern. Die Methode ist besonders beim Befischen tiefergelegener Kanten und bei der Jagd nach Freiwasserhechten erfolgversprechend. 
Wesentlich mehr Fingerspitzengefühl erfordert das Fischen mit gleitenden Jerkbaits, da diese sensibler auf jeden Schlag mit der Rute reagieren. Verkantet der Glider beim Einholen oder kommt nicht richtig in Fahrt, sind in den meisten Fällen zu harte Rucke die Ursache, dann sind leichtere und langsamere Schläge angezeigt. Denken Sie daran: einen guten Glider können sie beinahe nicht zu langsam fischen!
Jeder Jerkbait ist ein individueller Köder und als solcher zu behandeln, auch Jerkbaits des gleichen Modells. Ist dieser Jerkbait dann noch in Handarbeit hergestellt und ausgebleit worden, sind zumindest minimale Unterschiede, die sich allerdings unmittelbar auf das Laufverhalten auswirken, vorprogrammiert. Im Klartext bedeutet dies: jeder Jerkbait erfordert eine eigene Einholgeschwindigkeit, seinen individuellen Schlagrythmus.
Machen Sie sich daher stets mit dem neu erworbenen Jerkbait vertraut. Experimentieren Sie zunächst im flachen Wasser, mit guter Sichtigkeit. Variieren Sie dabei Intensität und Länge der Schläge, bis Sie dem Köder den optimalen Lauf verleihen. Glauben Sie uns, diese Mühe lohnt sich! Beherrschen Sie ihren Jerkbait, dann verfügen Sie über einen außergewöhnlich fängigen Köder. Auch hier gilt: Übung macht den Meister !
Beim Fischen mit Jerkbaits müssen Sie auf alles gefasst sein. Aggressive Attacken unmittelbar nachdem der Köder auf das Wasser aufschlägt sind ebenso keine Seltenheit, wie kapitale Fische die den Köder angreifen, den Sie gerade aus dem Wasser heben wollen. Insbesondere beim Jerken vom Boot werden Sie Hechte erleben, die den Jerkbait bis unmittelbar vor ihre Füße verfolgen, ohne zuzufassen. Jetzt heißt es Nerven bewahren und hektische Bewegungen vermeiden. Mit unmittelbaren Attacken direkt am Boot oder Ufer ist immer zu rechnen. Adrenalinkick inclusive! ;-)


Die Rute

Nicht selten haben wir es mit Ködergewichten von 70 g und mehr zu tun. Um dabei nicht in die Knie zu gehen sollte der auserwählte Blank über ein steifes Rückgrat und genügend Kraftreserven verfügen. Als Standard-Jerkbaitrute eignen sich daher steife Ruten mit einem Wurfgewicht zwischen 50 g und 150 g und mit einer Länge zwischen 1.80 m und 2.00 m. Um allerdings die verschiedenen Jerkbaittypen optimal fischen zu können müssen wir die Frage nach der richtigen Rute differenzierter betrachten.
Auch wenn uns so mancher Glider als "ungehobelter Klotz" erscheint, sollen wir nicht vergessen, dass es sich hierbei um einen perfekt ausbalancierten Kunstköder handelt, der auf die kleinste Rutenbewegung reagiert und ein feinfühliges Fischen verlangt. Steife Ruten mit einer schnellen Spitzenaktion und einem Wurfgewicht um 120 g sind ideal, um Jerkbaits in den gebräuchlichsten Größen auf den richtigen Kurs zu bringen. Bei höheren Ködergewichten sollte das Wurfgewicht der Rute dementsprechend angepasst werden. Beste Erfahrungen haben wir und unsere Kunden mit Ruten von PIKEtime, Zalt oder Quantum gemacht!

Etwas anders sieht die Sache bei den Divern aus. Hier ist die Spitzenaktion nicht ausschlagend für das Laufverhalten und die Rute kann durchaus steifer sein. 
Wie wir bereits wissen, lassen sich diese Jerks nicht nur mit kurzen, harten Rutenschlägen fischen, sondern auch in ruhigen und langen Zügen mit einer Drehbewegung aus der Hüfte.

Die Rolle

Twitch- und auch Jerkbaits bis ca. 60 g lassen sich sowohl mit der Baitcastrolle als auch mit einer Spinnrolle werfen und führen. Klassische Jerkbaits mit einem Gewicht ab ca. 70 g sollten an einer Multirolle eingesetzt werden. Zum einen ist der Umgang mit einer Baitcaster handlicher als mit einer Spinnrolle, zum anderen lassen sich die Köder wesentlich zielgenauer einsetzen. Achten Sie bei der Auswahl der Rolle auf Qualität und sinnvolle Eigenschaften. Orientieren Sie sich dabei an den bevorzugten Köderarten und deren Laufverhalten. Die Übersetzung der Rolle ist dabei besonders wichtig. Für Jerkbaits bis ca. 120 g ist eine Übersetzung um 6,3:1 sinnvoll. Ködergewichte über 120 g können auch mit einer kleineren Übersetzung gefischt werden. Desweiteren sollte die Drillbremse perfekt funktionieren. Unnötiges Nachregulieren wärend eines Drills bedeutet häufig Fischverlust.
Bedenken Sie bitte, dass schon beim Einsatz von 80 g "schweren" Baits hohe Kräfte beim Auswerfen entstehen können. Setzen Sie daher nur belastbare und wertige Rollen ein und lassen die Hände von Billigschrott. Minderwertige Rollen bedeuten immer Köder- & Drillverluste!


Die Schnur

Hier ist der Einsatz von Dyneema - Schnüren unerlässlich, da nur diese den auftretenden Kräften zuverlässig standhalten und gleichzeitig jede Rutenbewegung auch auf größere Distanzen ohne Dehnungsverluste auf den Köder übertragen. Häufig werden Jerkbaits über Krautbeeten und in Pflanzenschneisen gefischt und nicht immer gelingt es, einen gehakten Fisch unmittelbar aus dem Dickicht heraus zu dirigieren. Auch dann zeigt sich der große Vorteil von geflochtenen Schnüren: wie eine Rasiermesser schneiden diese durch das Grün und ein ansonsten verlorengegangener Fisch kann häufig doch noch sicher gelandet werden. Leinen mit einer Tragkraft von 12 - 16 kg haben sich als ideal erwiesen, wobei die kleineren Modell auch mit einer 8 kg Schnur gefischt werden können.
Beim Einsatz von Jerk- und Twitchbaits sollten eingesetzte Schnüre folgende Eigenschaften besitzen: Abriebfest, geschmeidig, farbecht, knotenfest, eng geflochten, und vor allem nicht zu dick sein. Leider geben Hersteller und Großhändler bei Schnüren häufig extrem überzogene und unrealistische Angaben bei Ø und Tragkräften an. Daher kommt es immer wieder vor, dass Angler unwissentlich mit wahren "Rettungsseilen" am Wasser sind oder die Schnüre reissen schon bei wesentlich weniger Belastung als angegeben. Beides ist ärgerlich, für Angler und Fisch! Bei windigen Wetter oder dem Befischen von Fliessgewässern behindert eine zu dicke Schnur wesentlich Köderführung und Anhieb. Das Befischen von tieferen Gewässerbereichen wird ebenfalls unnötig erschwert, da die Singeschwindigkeit der Köder zum Teil stark beinflusst wird. Von einer ansprechenden Köderführung und einem effektiven Anhieb ganz zu Schweigen. Sehr gute Erfahrungen haben wir u. a. mit der Stren Sonic Braid und der PowrPro gemacht.
Von dem Einsatz zu steifer und scharfkantiger Schnüre raten wir dringend ab. Eine Fireline o. ä . gehört nach unseren Erfahrungen (und denen vieler Bekannter) auf keine Baitcast- oder Low Profile Rolle!



Das Vorfach

Als Vorfachmaterialen gibt es mehrere Möglichkeiten. Titan, 1x7 oder 7x7 Stahlflechtungen oder Spinnstangen sind die populärsten. Bei dem Einsatz von Jerkbaits empfehlen wir Vorfächer aus 1x1 Titan mit einer Tragkraft ab 25 lbs. Die Steifheit dieses Materials verhindert wirkungsvoll ein "übergleiten" des Vorfaches, wobei sich Köderdrillinge verfangen können. Desweiteren ist die Langlebigkeit von Titan bemerkenswert und rechtfertigt den hohen Preis. Setzen Sie Vorfächer ab mind. 40 cm Länge ein. Warum? Große Hechte neigen dazu, sich im Drill zu wälzen und dabei kann es passieren, dass sich das Vorfach um die Kiemendeckel wickelt. Und jeder, der schon mal einen Kiemengriff beim Hecht gemacht hat, weiss wie scharfkantig diese sind. Kommt die straffe Hauptschnur mit der Innenseite der Kiemendeckel in Kontakt, ist sie zu 99 % durch...
Um das häufig sehr agile Köderspiel von Twitchbaits nicht zu beeinträchtigen, ist der Einsatz von 7x7 Flechtungen oder Titan 10-25 lbs empfehlenswert.
Spinnstangen sind nur bei extrem großen Köder (> 150 g) sinnvoll. Zu leichte Jerkbaits könnten verkanten oder kopftlastig absinken.


Polarisationsbrillen

Nicht zwingend notwendig aber dennoch ein tolles Hilfsmittel sind so genannte Polarisationsbrillen. Diese Brillen reduzieren die Wasserspiegelungen auf ein Minimum und leisten aufgrund dieser Eigenschaft hervorragende Dienste beim Lokalisieren von Krautfeldern und Schneisen. Zudem können wir so den Lauf der Jerkbaits unmittelbar unter der Wasseroberfläche besser verfolgen und bemerken Nachläufer und angreifende Fische einfach früher.
Genau solche Situationen machen die Faszination beim Jerkbait-Fischen aus.
Kapitale Fische, die den Köder verfolgen und die psychische Belastbarkeit des Anglers auf eine harte Probe stellen.
Spektakuläre Attacken, die Sie hautnah miterleben und die Pulsfrequenz in ungeahnte Höhe treiben. Knallharte Anbisse und phantastische Drills von denen Sie noch lange berichten werden.